Aerials: Pirmin Werners Vorstoss in die Weltspitze

Der UNITED-Absolvent von 2019 kämpft am Sonntag um den Gesamtsieg im Aerials-Weltcup. Der letzte Wettkampf wird im sibirischen Krasnojarsk ausgetragen.

Er feierte im Januar erst seinen 20. Geburtstag und zählt gleichwohl bereits zu den weltweit Besten seines Fachs. Ski-Freestyler Pirmin Werner erlebt derzeit seine mit Abstand beste Saison der Karriere. Ende Februar wirbelte Pirmin beim Weltcup-Springen im kasachischen Almaty erstmals aufs Podest. Weil der Altener aber auch bei den übrigen Springen der höchsten Stufe in diesem Winter auf Top-Level überzeugen konnte und stets den Final erreichte, liegt Pirmin derzeit nur 26 Zähler hinter dem Gesamtweltcup-Führenden und Team-Kollege Noé Roth. Der Exploit in Kasachstan kam auch für Pirmin einigermassen überraschend: «Das war unglaublich. Ich sprang im Training nicht gut und machte mir keine grossen Hoffnungen. Deshalb war’s umso schöner», hielt der UNITED-Absolvent hinterher freudig fest.

Dass Pirmin am Wochenende um die Weltcup-Krone mitspringt, kommt auch deshalb unerwartet, weil sich der ausgebildete Kaufmann erst vor einem Jahr an den Weltmeisterschaften einen Kreuzbandriss zuzog und die Saison vorzeitig beenden musste. Nun also die verlockenden Perspektiven. Ambitiös ist da auch das Tages-Ziel. Ein Sieg soll es am Sonntag sein, es wäre für Pirmin der erste auf höchster Stufe.

Aerials-Weltcup vor dem letzten Event*

1. Noé Roth (SUI) 286 Punkte
2. Maxim Burow (RUS) 273 Punkte
3. Pirmin Werner (SUI) 260 Punkte
4. Pawel Krotow (RUS) 254 Punkte
5. Qi Guangpu (CHN) 222 Punkte

* Die Punktevergabe ist gleich wie im Alpinen Weltcup: 1. Platz: 100 Punkte, 2. Platz: 80 Punkte, 3. Platz: 60 Punkte, usw.

Pirmin ist ursprünglich «gebürtiger» Kunstturner, erlernte die akrobatischen Grundfertigkeiten an Holmen und Ringen und wechselte dann mit 14 Jahren die Unterlage. Seither sind die steilen Schanzen das zweite Zuhause des Spitzensportlers.

Im Aerials bzw. in der Skiakrobatik katapultieren sich die wagemutigen Athleten bis zu 15 Meter hoch in die Luft und drehen dabei dreifache Saltos mit bis zu fünf Schrauben. Allein die Schanze für solche Dreifachsprünge ist rund vier Meter hoch und hat eine Neigung von 70 Grad. Im Weltcup-Format besteht der Wettkampf aus einem Qualifikationssprung und einem Finalsprung für die besten 12.  Fünf Sprungrichter bewerten die Ausführung in der Luft, zwei bewerten die Landung. Die Gesamtpunktzahl wird dann mit dem Schwierigkeitsgrad des Sprungs multipliziert. Aerials ist seit 1994 olympisch.

Quelle: SRF Sport