Eishockey: Simon Knak und der NHL-Draft

Der Lernende der 17C wurde beim diesjährigen NHL-Draft zum Erstaunen vieler von den NHL-Klubs übergangen. Dies soll sich schon bei nächster Gelegenheit ändern.

Fortsetzung folgt – garantiert. Dies prognostizieren nicht nur die Branchenkenner aus dem In- und Ausland; das sagt auch Simon Knak. Die Nicht-Berücksichtigung im diesjährigen NHL-Draft war für ihn eine Niederlage, eine Enttäuschung. Er verfolgte die Ziehung der grössten Talente Anfang Oktober in tiefster Nacht am Computer mit, die Familie via Facetime zugeschaltet. Die Draft-Chacen waren da, wenngleich nicht sonderlich gross. Je länger der Draft indes dauerte, je mehr Picks und Runden publiziert und abgespult waren, umso ernüchternder wurde es. Am Schluss ging es Simon wie allen anderen Schweizer Talenten. Er wurde übergangen. Der Traum von NHL-Spielen ist nicht weg, aber fürs Erste aufgeschoben. Doch der 18-Jährige kann auch bei den nächsten beiden NHL-Drafts 2021 und 2022 noch gezogen werden.  

Bereits wenige Tage später blickt das grosse Hockey-Talent nun schon wieder nach vorne: «Ich arbeite mit grosser Akribie weiter an mir. Ich muss mir einen eigenen Player-Style aneignen und dadurch noch greifbarer für Scouts und NHL-Manager werden.» Im Fachjargon heisst das dann: «Ich will härter spielen, vermehrt «dreckige» Tore aus dem Slot erzielen, den Rebound holen, dazu mein Spiel als Two-way-Forward optimieren», erklärt der aktuelle Captain der U20-Natioanlmannschaft.

Dahin soll ihn das hochwertige Training beim NLA-Klub Davos führen. Weitere Guidelines und Inputs erhält er vom Headcoach seines WHL-Klubs in Portland, wo er weiterhin unter Vertrag steht. Das Engagement in den Bündner Bergen ist zeitlich begrenzt. Sobald es in Nordamerika wieder weitergeht, will Simon zurück. Die Perspektiven, sich bei den NHL-Scouts in die Notizbücher zu spielen, sind «drüben» schlichtweg besser. Dennoch ist Simon dankbar, sich bei Davos weiterentwickeln zu können. Seit kurzem profitiert er dort auch von den Skills der NHL-Legende Joe Thornton. «Es ist nun Erwachsenen-Hockey, das Spiel ist physischer.»

Der Einstieg in Davos glückte. Simon wurde mit offenen Armen empfangen, wohnt in einer geräumigen Wohnung im Davoser Zentrum und fühlt sich wohl im Kurort. Auch sportlich hat Simon Tritt gefasst. «Die ersten Tore in Cup und Meisterschaft haben mir wieder Selbstvertrauen gegeben».

Ein weiteres Schaufenster will Simon Ende Jahr nutzen. Im Moment ist im Dezember noch die U20-Weltmeisterschaft angesetzt. Vorgesehen sind die Spiele im kanadischen Edmonton im «Bubble-System». Sämtliche Spieler und Staff-Mitglieder legen vor dem Turnier einen Corona-Test ab. Unter Ausschluss von Zuschauern, dafür mit reichlich TV-Präsenz im vorwiegend nordamerikanischen Kernmarkt soll das internationale Stelldichein ermöglicht werden. Soweit der Plan.

Wir drücken Simon für seinen NHL-Traum und die unmittelbare Zukunft weiterhin die Daumen. (21.10.2020)