Handball: 2 Brüder, 2 Wege, 1 Ziel

Leandro und Alessio Lioi absolvieren beide die UNITED. Beide wollen im Handball dereinst auf höchster Stufe zum Zug kommen. Bis dahin gehen die beiden Brüder ganz unterschiedliche Wege.

Die ersten Schritte absolvierte das Brüderpaar noch gemeinsam in Kreuzlingen. Gemeinsam erfolgte dann auch der Wechsel in die Kaderschmiede von Pfadi Winterthur. Leandro, heute Lernender im Abschlussjahr, gehörte auf Stufe U15, später auch bei den U17-Junioren zu den Leistungsträgern. Vom Pfader-Training profitierte aber auch der ein Jahr jüngere Leandro umgehend. Schnell stellten sich auch die ersten Erfolge für die Liois ein: 2018 feierten die zwei den Meistertitel auf Stufe U17, im Folgejahr reichte es zu Silber.

Himmel und Hölle in Südbaden

Leandro Lioi in der Jugend-Bundesliga im Einsatz. Bild: zVg.

Als der Wechsel zur ältesten Junioren-Klasse anstand, schienen sich Leandro «ennet» der Grenze die besseren Perspektiven zu bieten. Konstanz, erste Adresse im süddeutschen Handball, stellt(e) eine A-Jugend-Bundesliga-Equipe und hatte am rechten Flügel Bedarf für den talentierten Linkshänder. Seither geht der Lernende der 18A für Konstanz auf Tore- und Punktejagd. In Konstanz kam Leandro umgehend mit den Gepflogenheiten der deutschen Handball-Kultur in Kontakt. Die Partien in der höchsten Junioren-Liga werden gewöhnlich von 1000 Zuschauern und mehr begleitet, die Begegnungen selbst auf dieser Stufe vermarktet und zu Events verpackt. Von ähnlicher Resonanz profitiert auch das Tagesgeschäft in der Ober-Liga, in der Leandro ab dieser Spielzeit agiert. In dieser 4. Liga liegen die Spielorte zwar mindestens zweihundert Kilometer von Konstanz entfernt, die weitesten Auswärtspartien sind erst nach sechsstündigen Carfahren erreicht. Von der Ambiance übertrifft die Oberliga aber selbst Durchschnittspartien der hiesigen NLA.   

Gewinnen im Win4

Alessio kam in der Saisonvorbereitung mit den NLA-Team zu ersten Schnuppereinheiten. Bild: Martin Deuring

Während es Leandro nach Konstanz zog, sieht Alessio seine Zukunft in der Eulachstadt. «Auf mich wird gebaut, ich finde hier alles vor, was ich brauche.» Der 17-Jährige tanzt zurzeit auf drei Hochzeiten gleichzeitig. Altersmässig gehörte der Lernende der St. Galler 19er-Klasse zur U19-Elite von Pfadi Winterthur. Nun kann sich der Mittelmann aufgrund seines Talents aber bereits an höherer Stelle bewähren. Zwei Mal die Woche trainiert Alessio mit der ersten Mannschaft von Pfadi Winterthur. Diese ist gespickt mit Nationalspielern und Legionären. Entsprechend kann sich der flinke Spielmacher den einen oder anderen Trick abkupfern. Zu viel Spielverantwortung kommt Alessio in der NLB-Mannschaft der Winterthurer. Dort nimmt der Kreuzlinger bereits beträchtlichen Einfluss aufs Offensiv-Geschehen. Zu den «NLA-Learnings» kommen weitere Team- und Krafttrainings im U19- oder NLB-Rahmen, wöchentlich summiert sich das Pensum auf bis zu zehn Einheiten. Den Rest der Arbeitwoche verbringt Alessio in St. Gallen bei seinem Ausbildungsbetrieb. «Ich bin dankbar, nimmt meine Ausbildnerin, die Firma SORBA EDV AG grosse Rücksicht auf meine Spitzensport-Ausbildung», meint Alessio.

Zu einem Direktduell zwischen den beiden Brüdern ist es bis dato übrigens noch nicht gekommen. Die Frage, ob nun Leandro oder Alessio in der aktuell stärkeren Equipe beziehungsweise Liga auflaufen, bleibt bis auf weiteres unbeantwortet.

Dessen ungeachtet wünschen wir Alessio und Leandro weiterhin viel Erfolg! (30.8.2021)